Übersicht aller Fälle

Das Projekt Fragenkästchen: Kreisgespräche in einer zweiten Klasse

Einleitende Bemerkungen

Im Folgenden wollen wir, angelehnt an das objektiv hermeneutische Verfahren der Dateninterpretation, einige der Kinderäußerungen aus diesem Kreisgespräch analysieren. Die Objektive Hermeneutik als Verfahren hermeneutischer Textinterpretation stellt die Strukturkonstruktion eines Textes in den Mittelpunkt. Es geht ihr um das Erfassen latenter Sinnstrukturen durch deren Explikation. Fünf Prinzipien sind für die . . . → Weiterlesen: Das Projekt Fragenkästchen: Kreisgespräche in einer zweiten Klasse

„Und Mama und Papa begrüßen sich so: Hallo! Hallo!“ – Einsprachige Rituale im Unterrichtsalltag

Falldarstellung mit interpretierenden Abschnitten

Aus Beobachtungen im 1. Schuljahr mit 24 SchülerInnen (acht Mädchen und 16 Jungen) gemacht wurden (vgl. Schultz 2007).

„Und Mama und Papa begrüßen sich so: Hallo! Hallo!“ – Einsprachige Rituale im Unterrichtsalltag

Auszug aus dem Beobachtungsprotokoll vom 28. Februar 2007: Morgenkreis

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Fußballkonferenz – „Ich schließe jetzt diese Sitzung“

Falldarstellung mit interpretierenden Abschnitten

Die beobachteten Fußballkonferenzen fanden an einer staatlichen Grundschule statt, in der seit vielen Jahren das Einberufen von Konferenzen zum Schulalltag gehört. Fest verankert ist zum einen die Kinderkonferenz, bei der die Schulgemeinschaft (alle Kinder und Lehrkräfte) sich im monatlichen Rhythmus versammelt und in einem festgelegten ritualisierten Ablauf über . . . → Weiterlesen: Fußballkonferenz – „Ich schließe jetzt diese Sitzung“

Planeten im All

Die Gruppenzeit der 2. Schulstufe beginnt heute mit 5 Kindern, die anderen sind nach der Versammlung (Morgenkreis) im Englischkurs. Kurt hat mit jedem Kind die anstehenden Aufgaben und Arbeiten besprochen. Die Kinder sind nun damit beschäftigt, ihre Plätze einzurichten und die jeweiligen Aufgaben zu begutachten oder mit der Arbeit zu beginnen. . . . → Weiterlesen: Planeten im All

Nicole – Schreiben als Selbstvergewisserung und Selbstverwirklichung

Nicole kommt mit sechsdreiviertel Jahren in die Schule. Sie gehört zu den lern- und wißbegierigen Kindern, die eine klare Vorstellung davon mitbringen, was sie in der Schule lernen wollen, und die zielstrebig und aktiv die Lernangebote der Schule für sich nutzen. Nicole ist mit Feuereifer dabei, wenn es um schriftliche Aufgaben geht. . . . → Weiterlesen: Nicole – Schreiben als Selbstvergewisserung und Selbstverwirklichung

Mustafa – Den Sinn der Schriftsprache für sich entdecken

Mustafa kommt mit 5 Jahren und 3 Monaten zu uns in die Schule. Er ist in Kassel geboren und das dritte Kind einer türkischen Familie, die sich eher westlich orientiert und weniger nach traditionellen türkischen Normen lebt. Sein älterer Bruder besucht ebenfalls die Reformschule; die ältere Schwester lebt bei den Großeltern in der Türkei. Mustafa hat keinen Kindergarten besucht. Er spricht zwar deutsch, konnte aber im ersten Jahr nicht alles verstehen, was in der Gruppe gesprochen wurde. Das Einleben in die Gruppe, ihre Arbeitsabläufe und Regeln ist für ihn ein langwieriger Prozeß der sozialen Orientierung. Er wird im ersten Jahr in die Gruppe seines Bruders aufgenommen, damit er sozial nicht so isoliert ist und jemanden hat, mit dem er auch türkisch sprechen kann. Ali, sein älterer Bruder, gerät damit in die Rolle des anleitenden, älteren Bruders, Mustafa verbleibt in der Rolle des jüngeren Bruders, der immer wieder auf die Unterstützung des älteren zurückgreifen kann. . . . → Weiterlesen: Mustafa – Den Sinn der Schriftsprache für sich entdecken

Die diskursive Konstruktion des störenden Schülers

Das Wort „Kontext“ fordert angesichts seiner ungenauen Bestimmung und seiner umstrittenen Bedeutung in Verfahren hermeneutisch-rekonstruierender Sozialforschung, etwa bei Bohnsack und Oevermann, geradezu dazu heraus, über methodologische bzw. methodische Fragen der Erzeugung von „Protokollen“, wie Oevermann (Oevermann 1995) sagen würde, von Interviews, von Transkriptionen und der Interpretationsverfahren zu sprechen. Ich werde das jetzt aber nicht tun und statt dessen kurz anführen, woher der Text stammt und in welchem – schulpädagogischen – Diskurs er eingebettet sein könnte. . . . → Weiterlesen: Die diskursive Konstruktion des störenden Schülers

Schreiben über das Wochenende

Bevor ich auf die Auseinandersetzung der Kinder dieser Anfangsklasse mit der durch die Lehrerin angeleiteten Aufgabe „wir malen und schreiben über das Wochenende“ näher eingehe, möchte ich im Folgenden ihre didaktische Intention rekonstruieren. Dabei beziehe ich mich allerdings auch auf weitere, aus Platzgründen hier nicht vorgestellte, beobachtete Szenen sowie auf informelle Gespräche mit der Pädagogin, die sich im Rahmen meiner Teilnahme regelmäßig ergeben haben. . . . → Weiterlesen: Schreiben über das Wochenende

Kreisgespräch zu Beginn des Unterrichts

Die in unserem Fallbeispiel von Friederike Heinzel (Heinzel 2001, S. 275ff) beobachtete und videografierte Klasse besteht aus 24 Kindern, 18 Mädchen und 6 Jungen. Die Klassenlehrerin ist Beatrix Becker, eine, reformpädagogischen Elementen, zugewandten Lehrerin. Der Unterricht beginnt jeden Morgen mit einem Kreisgespräch, täglich finden noch ein oder zwei weitere Kreisgespräche meist nach den Hofpausen statt und die Unterrichtswoche wird Freitags mit einem Schlusskreis beendet. Das Signal zum Beginn des Kreises gibt immer die Präsident/-in, welche dieses Amt durch schriftliche Wahl jeweils für eine Woche erhält. Zu ihren Aufgaben gehört es, am Morgen die fehlenden Kinder festzustellen und nach Kummer oder Sorgen zu fragen, die es im Kreis zu besprechen gibt. . . . → Weiterlesen: Kreisgespräch zu Beginn des Unterrichts

Als Fremde im Regelwerk des Kreises

Als forschende Teilnehmerin an Kreissituationen übertrat ich die Klassengemeinschaftsgrenzen und wurde selbst für kurze Zeit Mitglied der Kreisgemeinschaften. Ich erfuhr den Kreis als Sozialisationssituation gewissermaßen „am eigenen Leibe“. Während ich bei den Videobeobachtungen außerhalb des Kreises hinter der Kamera stand, saß ich bei den teilnehmenden Beobachtungen fast immer als fremder Gast in der Runde. Nachdem ich Platz genommen hatte, war ich meist etwas verunsichert. Mein Blick traf sich mit verschiedenen Kinderblicken. Ich nahm manchmal Interesse oder offene Neugier wahr, manchmal Desinteresse, manchmal Aufmunterung, manchmal Scham, manchmal Ablehnung. Einige Kinder ignorierten mich, andere wollten neben mir sitzen und hielten mir einen Platz frei. Als Fremde kannte ich die konkreten Regeln und Rituale des Ablaufs nicht. Ich versuchte, möglichst schnell zu erfassen, wenn das Wort reihum vergeben wurde und bei mir ankam, ob die Kinder von mir erwarten, dass ich spreche und was ich auswählen soll, um als Teilnehmerin akzeptiert zu werden. Mit der Zeit kannte ich verschiedene typische Regeln, aber jede Kreisgemeinschaft hatte auch spezifische Ordnungen herausgebildet, die mir unbekannt waren. Über ein angemessenes Verhalten in der Kreissituation klärten mich die neben mir sitzenden Kinder oder die Kreiskinder bzw. PräsidentInnen meist ganz nebenbei auf. . . . → Weiterlesen: Als Fremde im Regelwerk des Kreises