Übersicht aller Fälle

Aufgabenbereich B

Das Online-Fallarchiv Schulpädagogik soll dazu beitragen, Fallarbeit in der Lehrerbildung hochschulübergreifend zu etablieren. Deshalb ist es wichtig, Lernenden, Lehrenden und Forschenden Möglichkeiten zur Bearbeitung von Fällen anzubieten. Es geht dabei nicht darum, Rezeptwissen zur Verfügung zu stellen und in praktische Handlungsmuster einzusozialisieren. Vielmehr wird Fallarbeit in der kritischen Absicht initiiert, gängige Deutungs- und Handlungsmuster über Schule, Unterricht, Lehrerhandeln oder Schülerrolle zu irritieren und Strukturerkenntnisse über Erziehungsverhältnisse zu bewirken.

  • Forschungsmethodische Kompetenz im Bereich interpretative Sozialforschung/ pädagogische Kasuistik

Hier geht es um die Herausbildung von Reflexionsfähigkeit im Sinne einer pädagogischen Kasuistik.

1. Merkmale der Interpretation erabeiten
Die Lernenden erhalten die Aufgabe, typische Elemente von Interpretationsmethoden zu erarbeiten, Referenztheorien zu erkennen und an der Fallanalyse zu zeigen.

2. Lesartenbildung
Die Lernenden erhalten die Aufgabe, eigene Interpretationen zu erarbeiten und verschiedene Lesarten des Falles zu entwickeln.

3. Wissenschaftliche Auswertung
Die Lernenden erhalten die Aufgabe, einen Fall nach einem ausgewählten sozialwissenschaftlichen Verfahren zu interpretieren.

4. Zugänge unterscheiden
Die Lernenden erhalten die Aufgabe, Fallverstehen von anderen erziehungswissenschaftlich relevanten Ansätzen (wie z.B. Diagnostik oder Evaluation) zu unterscheiden.

5. Triangulierung
Die Lernenden erhalten die Aufgabe, die Interpretation des gleichen Falles unter einer Fragestellung zu kombinieren. Das Ziel besteht darin, der Analyse mehr Breite und Tiefe zu verleihen.

Aufgabentypen zum Bereich: Forschungsmethodische Kompetenz im Bereich interpretative Auswertungsmethoden / pädagogische Kasuistik

© Friederike Heinzel

AUFGABE 1 (Merkmale der Interpretation erarbeiten)
Fallvorschlag:
Sabine Reh – Die diskursive Konstruktion des störenden Schülers (Dieser Text enthält selbst Hinweise auf mögliche Antworten)

  1. Arbeiten Sie zum vorliegenden Fall Merkmale der Interpretationsmethode heraus!
  2. Wodurch unterscheidet sich das hier dokumentierte wissenschaftliche Verstehen von alltäglichem Verstehen?

AUFGABE 2 (Lesartenbildung)
Fallvorschläge: (Interpretation nicht mit ausgeben)
Ulrike Graf – Lisa und der Strich im Heft

Karlheinz Biller – „Karsten ist immer so frech zu mir!“

Heiner Hirblinger – Perikles, der große Politiker

  1. Entwickeln Sie Auslegungsvarianten, indem Sie der Falldarstellung unterschiedliche Bedeutungen verleihen!
  2. Entwickeln Sie für jede Auslegungsvariante eine Hypothese zur Struktur des Handelns der Beteiligten!

AUFGABE 3 (Wissenschaftliche Auswertung)
Fallvorschläge: (Interpretationen erst zu Teil b ausgeben)
Für Tiefenhermeneutik: Friederike Heinzel – „Hiba, du hast das Wort“

Für Objektive Hermeneutik: Ilka Lüsebrink – „Völlig egal!“

  1. Interpretieren Sie die vorliegende Falldarstellung mit der Methode der Tiefenhermeneutik / Objektiven Hermeneutik!
    Ziehen Sie dazu die bereitgestellten Informationen heran!
  2. Vergleichen Sie Ihre Interpretation mit der Interpretation im Fallarchiv!

AUFGABE 4 (Zugänge unterscheiden)
Fallvorschlag:
Falko Peschel – Nichtbehindert durch Nichtunterricht – Mehmet (Dieser Text enthält selbst Hinweise auf mögliche Antworten)

Unterscheiden Sie am Beispiel des vorliegenden Falles Fallverstehen von anderen erziehungswissenschaftlich relevanten Ansätzen! (Diagnostizieren – Evaluieren – Fallverstehen)

Ziehen Sie dazu die bereitgestellten Informationen heran!

  1. Finden sich im Text auch diagnostische und / oder evaluative Elemente?
  2. Betrachten Sie die im Fall verhandelte Situation aus diagnostischer Perspektive und formulieren Sie mögliche diagnostische Aussagen!
  3. Betrachten Sie die im Fall verhandelte Situation aus evaluativer Perspektive und formulieren Sie mögliche evaluative Aussagen!

AUFGABE 5 (Triangulierung)
Fallvorschläge:
1. Götz Krummheuer/Birgit Brandt – Rechenkette (1)

und Götz Krummheuer/Birgit Brandt – Rechenkette (2)

2. Götz Krummheuer/Birgit Brandt – „Lautliches Erfassen b“ (1)

und Götz Krummheuer/Birgit Brandt – „Lautliches Erfassen b“ (2)

3. Wilfried Lippitz – Eine Rede zum Schulanfang (3)

und Arno Combe – Eine Rede zum Schulanfang (2)

Vergleichen Sie die Interpretationen miteinander in Bezug auf die Fragestellung, das forschungsmethodische Vorgehen und die Interpretationsergebnisse!

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